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Die Neue Mühle (Ratsmühle)

Die Neue Mühle (Ratsmühle)

Die Mühle liegt im Kuhfurt.

1702 wird sie in der Akte für den „Atlas Saxonicus Augusteus“ als Ölmühle aufgeführt.

Die Wrethkesche Kuhforthmühle oder auch Runnenführermühle wurde um 1820 als Rats oder Neue Mühle bezeichnet.

Nach einer Zerstörung, durch einen Brand, wurde die Mühle neu errichtet und kurzzeitig als Papiermühle genutzt.

1832, die Neue Mühle brannte ab.

1834, die Neue Mühle wird wieder aufgebaut.

Wilhelm Friedrich Fritz

Ratskellerwirt, Waagemeister, Besitzer der Neuen Mühle

°° Maria Elisabeth Kauschmann (Pauschmann)

Kinder

Wilhelm Friedrich * 1801, + 03.07.1812, 11 1/4 J.

Christiana Wilhelmina * 20.04.1805

Augusta Henrietta * 05.02.1807

Carl Heinrich * 1810, + 23.06.1814, 4 J.

Gottlob Carl * 07.06.1810

1813 erhielt der Besitzer wegen eines Brandes in der Neuen Mühle eine Brandentschädigung von 1500 Taler von der sächsischen Brandversicherungs-Societät.

Müller Johann Gottlieb Tittmann (Dittmann)

°° 20.09.1812 (Trauung in Kuhlowitz) Bürger und Mühlenmeister der Ratsmühle in Belzig Johann Gottlieb Tittmann, Sohn des Christoph Tittmann Mühlenmeister der Mühle zu Großweyda bei Hoyerswerder mit Maria Dorothea, hinterlassene Tochter des Wühlmüllers Johann Friedrich Märtens, Stieftochter des Wühlmüllers Johann Christian Gottlieb Oelschläger

Kinder:

1. totgeborener Sohn + 25.08.1815

Johann Friedrich Adolph Wachsmuth

* 1781

+ 28.04.1821, 40 J.

I. °° Stuhlmann

II. °° mit Johanne Caroline Henriette König

Kinder I. Ehe

1. Johanna Friederika * 03.06.1814, °° 14.03.1833 mit dem Seifensieder Christian Gottlob Busse

Kinder II. Ehe

2. Johann Friedrich Adolph. * 1816, + 16.09.1866 in Groß Marzehns, °° 14.10.1849 mit Auguste Wilhelmine Frommhagen (23 ½ J.), Tochter des Kossäten und Gerichtsschöpppen Johann Heinrich Frommhagen in Klein Marzehns

3. Henriette Auguste * 11.02.1819, °° 03.10.1843 mit dem Nagelschmied Johann Gottlob Walterstein

Johann Friedrich (Heinrich) Wöpke

+ 29.12.1860 (70 J. 3 M. 6 T.), Mühlenmeister in Oranienbaum und Besitzer der Neuen Mühle, Sohn des Brauers Friedrich Wöpke in Oranienbaum.

°° 1822 mit der Witwe des Friedrich Adolph Wachsmuth, Johanne Caroline Henriette geb. König.

Kinder:

1. Karolina Henrietta * 31.05.1823, 04.11.1839

2. Karolina Henrietta * 22.05.1826, °° 05.11.1846 mit dem Kaufmann Traugott Kreysing

3. Auguste Emilia * 17.10.1828

4. Johann Friedrich * 10.06.1833

Kirchenbucheinträge

* 27.06.1828 Tochter des Mühlenmeisters Johann Lebrecht Wilhelm König und der Johanna Wilhelmina geb. Jäger, Caroline Wilhelmine. (get. 06.07.1828)

TP. Der Müller Friedrich König aus Rietz. Johann Friedrich Wölpke, Besitzer der Neuen Mühle in Belzig. Johanna Sophia, älteste Tochter des Walkmüllers Franz Ferdinand Jäger.

* 17.10.1828 Tochter des Besitzers der Neuen Mühle in Belzig Friedrich Wöpke und der Caroline Henriette geb. König, Auguste Emilie. (get. 07.11.1828)

°° 14.03.1833 Christian Gottlob Busse (32 J.), Sohn des Johann Christian Gottlob Busse, mit Johanne Friederike (19 J.), Tochter des Mühlmeisters auf der Neuen Mühle Friedrich Adolph Wachsmuth sowie Pflegetochter des Mühlenbesitzer der Neuen Mühle Johann Heinrich Wöbke.

* 10.06.1833 Tochter des Besitzers der Neuen Mühle bei Belzig, Johann Heinrich Wöbke und der Karolina Henriette geb. König, Johann Friedrich. (get. 03.07.) TP. Johann Wilhelm König Mühlmeister und Schankwirt in Belzig.

+ 04.11.1839 Caroline Henriette Tochter des Besitzers der Neuen Mühle in Belzig, Friedrich Wöbke. 16 J. 5 M. 3 T. (Begr. 07.11.1839)

Abb. Anzeige aus dem Zauch Belziger Kreisblatt von 1855

Friedrich Adolph Wachsmuth

* 1806

+15. September 1866 Mühlenbesitzer F. A. Wachsmuth 50 Jahre.

°° 14.10.1849 (Trauung in Klein Marzehns) Augusta Wilhelmina Frommhagen

Kinder:

1. Friedrich Adolph * 25.03.1850 in Groß Marzehns

2. Franz Otto * 01.02.1852 (get. 05.04.1852)

3. R. Wachsmuth, 22 Jahre alt, Ulan im 1. Garde – Ulanen Regiment in Potsdam, starb am Schwindsucht. (17.03.1855 – 04.1877)

4. Pauline, Tochter des Mühlenbesitzer A. Wachsmuth, * 19. März 1861, + 30. Juni 1861

5. Paul * 04. Dezember 1862, + 06. Januar 1864

6. Ida * 2. März 1865, + 18. 09.1866

7. Hermann Julius * 8. Dezember 1866 + 15.01.1867

Friedrich Adolph Wachsmuth war 1849 Besitzer der Mühle in Groß Marzehns, welche er 1851 weiter an Friedrich Wilhelm Frähsdorf, einem Schwager seiner Frau, verkaufte. Er übernahm Ende 1851 die Neue Mühle von seinem Stiefvater Friedrich Wöbke.

07. Juli 1855 (ZBKBL)

In der Nacht vom 29. zum 30. v. Mts. brannte die unterhalb der Stadt Belzig belegene Wachsmuthsche Mühle (Schneidemühle) ab. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt, doch kam dasselbe unerwartet, dass der Besitzer nur wenig mehr als sein und das Leben der übrigen in der Mühle befindlichen Personen retten konnte. Die Gebäude waren nur niedrig und das gangbare Werk war, soviel man hört, nicht versichert.

17. November 1855 (ZBKBL) Bekanntmachung.

Der Mühlenmeister Adolph Wachsmuth hierselbst beabsichtigt in Stelle seiner abgebrannten Mühle auf seinem unweit der hiesigen Stadt belegenen Grundstück eine Mahl- und Schneidemühle anzulegen. Indem wir dies Vorhaben des Wachsmuth in Gemäßheit des § 29 der Allgemeinen Gewerbeordnung vom 17. Januar 1845 hiermit zur öffentlichen Kenntnis bringen, bemerken wir zugleich, dass etwaige Einwendungen gegen diese Anlage binnen vier Wochen prädusivischer Frist bei uns angebracht werden müssen.

Belzig, den 15. November 1855. Die Polizeiverwaltung Schneider, Bürgermeister.

19. Juli 1856 (ZBKBL)

Der hinter meiner Mühle über die mir gehörigen Brücken führende Weg wird hiermit für jedes Fuhrwerk, welches nicht Geschäfte auf der Mühle oder besondere Erlaubnis dazu hat, ausdrücklich verboten, und es hat ein jeder, der nicht darauf achtet, Pfändung und Bestrafung zu erwarten. Neuemühle bei Belzig, den 19. Juli 1856 A. Wachsmuth, Mühlenbesitzer.

02. August 1856 (ZBKBL)

Bekanntmachung. Die von dem Mühlenbesitzer Adolph Wachsmuth hierselbst unterm 19. Juli im hiesigen Kreisblatte erlassene Bekanntmachung wegen Befahrens des vor seiner Mühle vorbei führenden Weges braucht nicht beachtet zu werden, da dem Wachsmuth nicht das Recht zusteht, das Befahren des gedachten Weges zu verbieten.

Belzig, den 19. Juli 1856 Die Polizeiverwaltung. Schneider.

02. August 1856 (ZBKBL)

Der hinter meiner Mühle über die mir gehörigen Brücken führende Weg wird hiermit für jedes Fuhrwerk, welches nicht Geschäfte auf der Mühle oder besondere Erlaubnis dazu hat, ausdrücklich verboten, und es hat ein jeder, der nicht darauf achtet, Pfändung und Bestrafung zu erwarten. Jedoch bemerke ich ausdrücklich, das dieses Verbot auf die Ackerbesitzer von Seedoche und die Besitzer der hinter meiner Mühle liegenden Wiesen und Gärten keine Anwendung findet. Neuemühle bei Belzig, den 19. Juli 1856 A. Wachsmuth, Mühlenbesitzer.

02. August 1856 (ZBKBL)

Erwiderung auf die Bekanntmachung des Mühlenmeisters Wachsmuth zu Belzig.

Der Mühlenmeister Wachsmuth zu Belzig hat kein Recht, einen ihm nicht zugehörigen Weg anderen Leuten zu verbieten zu wollen. Ich erkläre daher hiermit: dass ich jenen Weg nach wie vor und beständig ohne Erlaubnis des Herrn Wachsmuth benutzen und erwarten werde, in wie weil ich meinen seit länger des rechts verjährten Zeit ausgeübten Rechte von demselben werde behindert werden. Sandberg, den 28. Juli 1856 Schür, Vorwerks – Besitzer.

30. März 1861 (ZBKBL) 20 Scheffel guten Saathafer und 1 Wispel gute Ess- und Saatkartoffeln sind zu verkaufen bei Wachsmuth, Neuemühle bei Belzig.

Oktober 1868 Aufgebot der verwitweten Mühlenbesitzerin Augusta Wilhelmina Wachsmuth, geb. Frommhagen, und Ökonom J. F. Schubotz.

Öffentliches Aufgebot.

Auf den im Grundbuche von Belzig Band VI. Blatt Nr. 285 und Landungen Band VII. Blatt Nr. 328 verzeichneten, dem Mühlenmeister Adolph Wachsmuth zu Belzig gehörigen Grundstücke stehen in der III. Abteilung unter Nr. 13 resp. 15. 550 Rt. Fünfhundertfünfzig Thaler Darlehn nebst fünf pro Cent Zinsen aus der Obligation vom 25. April 1871 für den Kossäten Friedrich Wieland zu Baitz eingetragen hier und Landungen Nr. 328 zufolge Verfügung vom 6. Mai 1871. Das hierüber lautende Dokument – die Obligation vom 25. April 1871 – ist angeblich verloren gegangen und werden auf den Antrag des Besitzers alle Diejenigen, welche als Eigentümer, Pfand- oder sonstige Briefs- Inhaber Ansprüche auf die gedachte Post und das darüber ausgefertigte Document zu haben verneinen, hierdurch aufgefordert, zum Nachweise derselben spätestens in dem auf den 17. Mai 1879, Vormittags 10 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle anberaumten Termine zu erscheinen, widrigenfalls sie die Ausschließung mit ihren Ansprüchen auf die Documente und deren Ungültigkeitserklärung zu gewärtigen haben.

Belzig, den 23. Januar 1879. Königliche Kreisgerichts- Commission.

Friedrich Adolph Wachsmuth

* 25.03.1850 in Groß Marzehns, Sohn des Mühlenbesitzers Friedrich Adolph Wachsmuth und der Auguste Wilhelmine Frommhagen

°° 06.11.1879 mit Henriette Auguste Kabblitz aus Sandberg (* 27.02.1855 in Neujolz/ Provinz Posen)

Kinder:

1. Anna Elisabeth * 22.05.1880, + vor der Taufe 29.06.1880

2. Gustav Paul

ZBKBL 26.06.1880

„Die dem Mühlenbesitzer A. Wachsmuth gehörige, vor dem Brandenburger Thore bei Belzig belegene Mahl- und Schneidemühle mit ca. 60 Morgen Acker, ca. 8 Morgen Wiese und sämtlichen Ländereien soll im Ganzen oder im einzelnen Theilen Sonnabend, 03. Juli c.; von Vorm. 10 Uhr ab an Ort und Stelle öffentlich meistbietend verkauft werden, wozu wir Käufer freundlichst einladen. Bedingungen werden im Termin bekannt gemacht. Rentier A. Michelmann, F. Berger – Zerbst.“

11. September 1880 (ZBKBL)

Wegen Reparatur der Brücken wird der Weg bei meiner Mühle auf 8 Tage gesperrt.

Belzig, den 11. September 1880. Fr. A. Wachsmuth.

27. Oktober 1880 (ZBKBL)

Bekanntmachung

Am Donnerstag, den 28. d. Mts., Vormittags 10 Uhr verkaufe ich bei dem Mühlenmeister Adolph Wachsmuth hier einen braunen Wallach.

Belzig, den 15. Oktober 1880 Düring, Königl. Gerichtsvollzieher

08.12.1880 (ZBKBL)

Bekanntmachung. Am Freitag, den 10. Dezember d. J., Vormittags 10 Uhr versteigere ich auf dem Hof des Mühlenbesitzers Adolph Wachsmuth einen Ackerwagen.

Belzig, den 26. November 1880. Düring, Königl. Gerichtsvollzieher

25. Dezember 1880 (ZBKBL)

Bekanntmachung. Donnerstag, den 30. d. Mts., Vormittag 10 Uhr verkaufe ich bei dem Mühlenbesitzer Wachsmuth zu Belzig

1. eine Dezimalbrückenwaage mit Gewichten,

2. zehn Fuhren Sägespäne,

3. einen Blumenständer mit Glaskugel,

4. zwei Mehlkasten und

5. drei Mehlfässer.

Belzig, den 18. Dezember 1880. Düring, Königlicher Gerichtsvollzieher.

Müller Franz Karl Hermann Rießler

* 11.07.1867 (T. 02.08.1867) in Niemegk, Sohn des Handelsmann und späteren Mühlenbesitzer Franz Rießler (* 27.06.1834 in Schweidnitz, + 20.10.1895 in Belzig) und der Karolina Augusta Göricke (* in Niemegk, + 24.10.1906 – 64 J.)

°° 10.12.1896 mit Wilhelmina Augusta Schmidt (* 26.11.1872, + 21.01.1922)

Kinder:

1. Augusta Anna Elisabeth * 16.01.1897, + 17.08.1918

2. Minna Margarethe Frieda * 21.01.1901, °° 09.04.1926 mit dem Kaufmann Bruno Otto Rahnenführer

3. Karl Hermann Franz * 12.04.1903, + 22.06.1905

Einen unerwarteten und echt schmerzhaften Verlust erlitt in der Frühe des Donnerstages das Mühlenbesitzer Rießlersche Ehepaar hierselbst. Ihr za. 2 1/2 Jahre altes Söhnchen war unbemerkt dem das Grundstück durchfließenden Mühlenbach zu nahe gekommen und hineingefallen. Als die Magd an dem Bache zum Wasserschöpfen erschien, sah sie das Kind, für dessen Wiederbelebung sofort das Notwendige getan wurde. Aber alles blieb nutzlos; es war ertrunken. Der Bach ist nicht tief. Der kleine Bursche war jedoch mit dem Kopf vorweg hineingeraten und wurde in hockender Stellung aufgefunden.

22. Januar 1881 (ZBKBL)

Ein kräftiges Mädchen findet sofort einen Dienst bei Mühlenbesitzer Rießler zu Belzig.

09. Juli 1881 (ZBKBL)

Ein zuverlässiger Knecht findet sofort Dienst auf der Neuen Mühle bei Belzig. F. Rießler.

08. August 1891 (ZBKBL)

Anzeige: Den geehrten Ackerbesitzern von Belzig und Sandberg empfehle ich meine neu erbaute mit Wasserkraft zu treibende Breitdreschmaschine (Glatt – Stroh liefernd) zur gefälligen Benutzung. Hochachtungsvoll Franz Rießler, Mühlenbesitzer.

In einer Baitzer Akte wird 1912 als Mühlenbesitzer Heinrich Rießler erwähnt.

16. Juli 1912 Mühlenbesitzer Heinrich Rießler

1958 Rießlers Mühle, außer Betrieb.

Jetzt werden die Gebäude der Mühle von einer Fleischerei genutzt.

Grundbucheintrag

Blatt 285

Eine Mühle und Schneidemühle mit Hausgarten, einer Scheune, einem Pferdesttall, einen Kuhstall und den Mühlbach, Backofenhaus, einen Schweinestall – Kuhfurtsmühle mit Garten, Wiese und Acker am Mühlbach, 1 Hufe in Seedoche usw.

Mühlenmeister Johann Friedrich Adolph Wachsmut,

1821 Testament setzt seine Ehefrau 1822 als Erbin ein, Johanne Caroline Henriette Wachsmut geb. König. Nach vormundschaftlichen Erbvergleich werden 2907 Thaler Kourant festgelegt, versichert für 3425 Thaler, besonders wegen des neu errichteten Backofenhauses und dem neuen Schweinestall 1831

1841 Müllermeister Friedrich Wöpke für 2900 Thaler von seiner Ehefrau

1851 Müllermeister Johann Friedrich Adoph Wachsmuth

1868 Witwe Wilhelmine Wachsmuth geb. Frommhagen

1874 Müller Friedrich Adolpf Wachsmuth

1880 Kaufmann Franz Rießler auf Grund des Zuschlagurteils

1895 wird ein Testament verfasst und der Sohn Mühlenbesitzer Herrmann Rießler 1898 eingetragen, auch 19191926 die ideelle Hälfte Kaufmannsfrau Frieda Rahnenführer geb. Rießler, ab 1929 hat sie auch die zweite Hälfte in Besitz. Es besteht das Recht eine Röhrenleitung im Abstand von 2 bis 3 Metern von der Wegegrenze bis zum Mühlbach zu legen.

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